Man spricht Deutsh

ein Watchblog zum Umgang der Medien mit der deutschen Sprache

Der – Die – Das ?

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WELTMEISTER MAGAZIN VDI nachrichten 2/12

Auf Seiten 12f. des genannten Magazins ist in einem Artikel über ERP-Software folgende Abbildung zu finden. Der Begleittext oberhalb der Abbildung hat es in sich:

Die steckt eine Patrone mit Flüssigwachs drin, der über einen Docht nach oben steigt … „

Der gesunde Menschenverstand rät mir im ersten Teilsatz zu „Hier“ oder „Dort“; der aktuelle Duden rät mir im zweiten Teilsatz definitiv zu „das“. Mein Vorschlag einer korrekten Formulierung wäre also:

„Hier steckt eine Patrone mit Flüssigwachs drin, das über einen Docht nach oben steigt…“.

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Written by fabulieren

19. Mai 2012 at 10:59

Veröffentlicht in Grammatikalisches, Wortwahl

VDI nachrichten Nr. 19 vom 11. Mai 2012

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Ein Bericht über neue Geschäftsfelder der Fa. Brother Industries auf Seite 8 der genannten Ausgabe der VDI nachrichten erläutert die Wachstumspläne des Unternehmens:

„Wie die meisten japanischen Unternehmen haben die Finanzkrise, der Tsunami und das Erdbeben ursprüngliche Wachstumspläne über den Haufen geworfen.“

In diesem Satz nehmen die japanischen Unternehmen durch das Vergleichswort „Wie“ dieselbe Rolle ein wie die Finanzkrise, der Tsunami und das Erdbeben: sie haben Wachstumspläne über den Haufen geworfen.

Das ist natürlich nicht korrekt und vom Autor sicherlich auch nicht so beabsichtigt.

Eine sinnvolle Formulierung könnte lauten:

„Wie bei den meisten japanischen Unternehmen haben die Finanzkrise, der Tsunami und das Erdbeben ursprüngliche Wachstumspläne über den Haufen geworfen.“

Written by fabulieren

14. Mai 2012 at 07:48

Veröffentlicht in Grammatikalisches, Wortwahl

VDI nachrichten Nr. 41 vom 14. Oktober 2011

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Im Artikel „Forscher simulieren Frankreichs KKW-Ausstieg“ (Seite 4 der genannten Augabe der VDI nachrichten) findet sich folgender Satz zur Haltung des französischen Staatspräsidenten:

„Damit will Präsident Nicolas Sarkozy eine Debatte an sich reißen, die sich im kommenden Frühjahr für ihn kontraproduktiv und negativ ausfallen könnte.“

Ein Klassiker, von mir schon des Öfteren hier veröffentlicht, aber immer wieder interessant. Folgende Formulierungen wären beide korrekt:

  • „…die sich im kommenden Frühjahr für ihn als kontraproduktiv […] erweisen könnte“
  • „…die [—] im kommenden Frühjahr für ihn kontraproduktiv […] ausfallen könnte“

Die Vermischung dieser beiden Varianten im oben zitierten Satz ist aber grammatikalisch leider falsch.

Written by fabulieren

18. Oktober 2011 at 20:14

Veröffentlicht in Grammatikalisches

Ein Wort in eigener Sache (2)

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Meine Beiträge in diesem Blog werden offensichtlich immer seltener. Dies hat verschiedene Gründe. Zwei davon möchte ich erwähnen:

  • Die sprachlichen „Entgleisungen“ der diversen Printmedien folgen einem gewissen Schema. Zum Glück sind die Journalisten bezogen auf Sprachsünden nicht beliebig kreativ. Somit müsste ich mich regelmäßig wiederholen, wollte ich alle entdeckten Kuriositäten hier bloggen. Das ist aber nicht mein Ziel.
  • Das Feedback auf diesen Weblog war bisher verschwindend gering. Einzelne erfreuliche Rückmeldungen aus meinem privaten Umfeld können nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Diskussion meiner Artikel nicht stattfindet. Das nimmt mir nicht vollständig die Motivation, lässt mich aber doch ein wenig entspannter die Zeitung lesen und nicht bei jeder kleinen Sprachverbiegung den PC anwerfen.

Written by fabulieren

13. August 2011 at 15:42

Veröffentlicht in ohne Kategorie

VDI nachrichten Nr. 32/33 vom 12. August 2011

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Auf der Titelseite der genannten Ausgabe der VDI nachrichten wird im Artikel „Kippt die Konjunktur ein zweites Mal?“ der Kurssturz der letzten Wochen mit der Finanzkrise von 2007/2008 verglichen. Hier ein Auszug:

„Allerdings hat der Aufschwung in weiten Teilen der Welt womöglich seinen Höhepunkt erreicht. Der Frühindikator für ihre gut 30 Mitgliedsländer sei im Juni den dritten Monat in Folge gesunken, gab die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) am Montag bekannt.“

Der zweite Satz beginnt mit „Der Frühindikator für ihre…“ und löst beim vierten Wort „ihre“ eine Irritation aus: Wessen Mitgliedsländer sind gemeint? Der Leser darf erst den kompletten Teilsatz „Der … gesunken“ lesen, bevor er im zweiten Teilsatz „gab … bekannt“ erfährt, um wen es eigentlich geht (nämlich um die OECD und deren Mitgliedsländer).

Ohne Änderung des Inhalts könnte dieser Absatz auch um einiges flüssiger formuliert werden:

„Allerdings hat der Aufschwung in weiten Teilen der Welt womöglich seinen Höhepunkt erreicht. So gab die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) am Montag bekannt, dass der Frühindikator für ihre gut 30 Mitgliedsländer im Juni den dritten Monat in Folge gesunken sei.“

Das ist zwar immer noch ein zu langer Satz, aber nun treten zumindest die  Informationen in einer sinnvollen Reihenfolge auf.

Written by fabulieren

13. August 2011 at 15:32

Veröffentlicht in Schachtelsätze

Süddeutsche Zeitung Nr. 263 vom 13./14. November 2010

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In der genannten Ausgabe der Süddeutschen findet sich im Feuilleton auf Seite 13 ein Randartikel mit der Überschrift „Ökonomie der Aufmerksamkeit“. Darin wird beschrieben, wie der Onlinehändler Amazon einen Pädophilenratgeber in sein Angebot aufnahm und ihn dann auf massiven öffentlichen Druck hin wieder entfernen musste.

Folgendes Satzkonstrukt habe ich an dieser Stelle schon früher mittels anderer Beispiele beanstandet:

„Amazon dürften durch die Tatsache,
dass via E-Publishing immer mehr Bü-
cher aus obskuren Selbstverlagen in das
Sortiment des Online-Reisen ge-
schwemmt werden, weitere ähnliche Fäl-
le ins Haus stehen.“

Zeile
Den im Randartikel verwendeten Zeilenumbruch habe ich hier nachgebildet. Offensichtlich findet der erste Teilsatz „Amazon dürften…“ erst ganze vier Zeilen weiter unten seine Fortsetzung bzw. seinen Abschluss „…weitere ähnliche Fälle ins Haus stehen“.

Dadurch und durch die Wortstellung  ist zunächst der Dativ des Wortes „Amazon“ nur mit Verzögerung zu erkennen. Der Leser erwartet anfangs intuitiv die Formulierung „Amazon dürfte …“ (z.B. Probleme haben).
Außerdem ist es durch die umfangreiche Apposition unnötig schwierig geworden, am Ende derselben wieder den Anschluss an den Hauptsatz zu finden.

Davon abgesehen muss es „Online-Riesen“ heißen. Meines Wissens nach bietet Amazon noch keine im Internet buchbaren Ausflüge an (Online-Reisen).

Mein Vorschlag, wie der Satz gefälliger und flüssiger umformuliert werden könnte:

„Amazon dürfte künftig mit weiteren ähnlichen Fällen konfrontiert werden, da via E-Publishing immer mehr Bücher aus obskuren Selbstverlagen in das Sortiment des Online-Riesen geschwemmt werden.“

Written by fabulieren

14. November 2010 at 11:17

Veröffentlicht in Grammatikalisches, Schachtelsätze

Reutlinger GEA Nr. 131 vom 11. Juni 2010

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Der genannten Ausgabe des Reutlinger GEA lag eine Sonderveröffentlichung zum Thema „Fußball-WM 2010“ bei. In dieser Sonderveröffentlichung wird auf Seite 3 über „Löws schwierige Mission“ berichtet. Der Werdegang des Bundestrainers wird geschildert und die Tatsache erwähnt, dass er ein Verfechter höchster Disziplin sei. In diesem Zusammenhang steht folgender Satz:

„Denn an mangelnder Disziplinlosigkeit seiner Spieler scheiterte [Hr. Löw] … bei seinem ersten großen Trainerjob in Stuttgart.“

Bei genauerer Betrachtung des Zitats muss man zwangsläufig das mathematische Prinzip „Minus mal Minus ist Plus“ anwenden, und somit lässt sich der Satz auch wie folgt formulieren:

„Denn an vorhandener Disziplin seiner Spieler scheiterte …“

Und das hat der Autor mit Sicherheit nicht sagen wollen! Er ist einfach nur über’s Ziel hinausgeschossen und hat gleich zwei negative Formulierungen verwendet. Sagen wollte er sicherlich:

„Denn an der Disziplinlosigkeit seiner Spieler scheiterte [Hr. Löw] … bei seinem ersten großen Trainerjob in Stuttgart.“

Written by fabulieren

16. Juni 2010 at 20:23

Veröffentlicht in Wortwahl