Man spricht Deutsh

ein Watchblog zum Umgang der Medien mit der deutschen Sprache

Archive for the ‘ohne Kategorie’ Category

Ein Wort in eigener Sache (2)

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Meine Beiträge in diesem Blog werden offensichtlich immer seltener. Dies hat verschiedene Gründe. Zwei davon möchte ich erwähnen:

  • Die sprachlichen „Entgleisungen“ der diversen Printmedien folgen einem gewissen Schema. Zum Glück sind die Journalisten bezogen auf Sprachsünden nicht beliebig kreativ. Somit müsste ich mich regelmäßig wiederholen, wollte ich alle entdeckten Kuriositäten hier bloggen. Das ist aber nicht mein Ziel.
  • Das Feedback auf diesen Weblog war bisher verschwindend gering. Einzelne erfreuliche Rückmeldungen aus meinem privaten Umfeld können nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Diskussion meiner Artikel nicht stattfindet. Das nimmt mir nicht vollständig die Motivation, lässt mich aber doch ein wenig entspannter die Zeitung lesen und nicht bei jeder kleinen Sprachverbiegung den PC anwerfen.
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Written by fabulieren

13. August 2011 at 15:42

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(nicht nur) Süddeutsche Zeitung Nr. 198 vom 29./30. August 2009

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Auf Seite 1 der genannten Ausgabe der Süddeutsche Zeitung heißt es in dem Artikel „Siemens-Manager bezahlen…“ :

„…darunter die Ex-Konzernchefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld. Von Pierer will der Technologiekonzern sechs Millionen Euro fordern, andere sollen weniger zahlen, aber ebenfalls Millionenbeträge überweisen. Pierer ist der prominenteste Topmanager…“

Nach der Erwähnung von Ex-Konzernchef Heinrich von Pierer hatte ich im darauf folgenden Satz die Formulierung erwartet, dass der Technologiekonzern „von von Pierer“ (also von Herrn Heinrich von Pierer) Geld fordert. Die hier zitierte Fassung „Von Pierer will …“ führt einen zunächst auf den Gedanken „Was will er denn?“ und lässt den weiteren Satzverlauf etwas irritierend wirken.

Am 11. August 1919 wurden in Deutschland mit der Weimarer Verfassung die Vorrechte des Adels abgeschafft. Die ehemaligen Adelsprädikate (unter anderem auch „von“) sind dadurch nach dem bürgerlichem Recht Bestandteil des Familiennamens geworden. (In Österreich hingegen ist es seit 1919 verboten, das „von“ und Adelstitel im Namen zu führen). Damit gehört das „von“ zum „Pierer“, auch wenn der Vorname oder die Anrede weggelassen werden. Also z.B. „Schmidt sagt … , von Pierer erwidert …“ . Die Süddeutsche nennt den Ex-Konzernchef im folgenden Satz aber einfach nur „Pierer“ und lässt damit konsequent das „von“ zusammen mit dem Vornamen weg.

Nicht nur die Süddeutsche, sondern auch viele andere Zeitungen und Magazine (WELT, Handelsblatt, Spiegel, Manager-Magazin, …) gehen recht freizügig mit dem Adelsprädikat des Ex-Konzernchefs um. Zum Teil werden sogar verschiedene Varianten in ein und demselben Artikel verwendet. Eine kurze Internetrecherche ergab folgende gängige Varianten:

  • Heinrich von Pierer
  • Von Pierer
  • Pierer
  • Heinrich Pierer

In diesem Zusammenhang interessant ist zum einen die österreichische Herkunft der Familie Pierer, zum anderen die Diskussion über die Rechtmäßigkeit des Adelsprädikats „von“ in dieser Familie. Das Thema wird dargestellt in einem Artikel der WELT, siehe hier.

Ich habe keine Meinung zu dieser Diskussion und will mich auch nicht daran beteiligen. Sie erklärt möglicherweise die vielen unterschiedlichen verwendeten Namensvarianten des Ex-Konzernchefs.

Unabhängig davon schlage ich als optimierte Version des zitierten Satzes vor:
„Der Technologiekonzern will von Heinrich von Pierer sechs Millionen Euro fordern, andere sollen …“

Written by fabulieren

29. August 2009 at 23:38

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Ein Wort in eigener Sache

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Wenn sich jemand die letzten Artikel in diesem weblog durchliest, könnte er/sie zu der Schlussfolgerung gelangen, dass sich der Autor des weblogs auf die VDI nachrichten eingeschossen hat.

Das trifft nicht zu.

In der vergangenen Woche habe ich unter anderem Ausgaben der ZEIT, der FAZ und der WELT gelesen. Die Freude über das korrekte und gut lesbare Deutsch war groß – auch wenn es im Feuilleton der WELT schon manchmal gefährlich blumige Auswüchse annimmt! Auf jeden Fall habe ich keine sprachliche Entgleisung gefunden, die ich hier veröffentlichen und behandeln könnte.

Natürlich gebe ich zu, dass ich aus persönlichem Interesse die VDI nachrichten abonniert habe und jede Ausgabe besonders gründlich lese.

Written by fabulieren

22. August 2009 at 10:04

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