Man spricht Deutsh

ein Watchblog zum Umgang der Medien mit der deutschen Sprache

Archive for Januar 2010

VDI nachrichten Nr. 4 vom 29. Januar 2010

leave a comment »

In der genannten Ausgabe der VDI nachrichten heißt es auf Seite 5 in dem Artikel „Streaming wird das Herunterladen von Musik ablösen“:

„Seine zur Midem erschienene Studie […] weist einen Verlust der Einnahmen allein für amerikanische und europäische Musikunternehmen um 42% – von 25,6 Mrd. € auf 10,8 Mrd. € – aus.“

Hier finden sich gleich mehrere Unstimmigkeiten:

  • Die Formulierung „Rückgang der Einnahmen um 42%“ ist ebenso korrekt wie die Formulierung „Verlust der Einnahmen von 42%“. Der zitierte Ausdruck „Verlust der Einnahmen […] um 42%“ hingegen ist nicht korrekt.
  • Wenn die Einnahmen von 25,6 Mrd. € auf 10,8 Mrd. € zurückgehen, dann ist das nach Adam Riese ein Rückgang um 57,8% (gerundet 58%). Das Niveau der aktuellen Einnahmen (10,8 Mrd. €) entspricht damit 42% der vergangenen Einnahmen (25,6 Mrd. €).

Daraus folgt unmittelbar mein Vorschlag:

„Seine zur Midem erschienene Studie […] weist einen Rückgang der Einnahmen allein für amerikanische und europäische Musikunternehmen um 58% – von 25,6 Mrd. € auf 10,8 Mrd. € – aus.“

Advertisements

Written by fabulieren

31. Januar 2010 at 13:50

Veröffentlicht in Grammatikalisches

Reutlinger Wochenblatt Nr. 4 vom 28. Januar 2010

leave a comment »

Auf Seite 2 der genannten Ausgabe des Reutlinger Wochenblatt findet man im Artikel „Neues Fortbildungsprogramm“ folgenden Satz:

„Für einen gelingenden Übergang zwischen Schule und Beruf ist oft zusätzliche Unterstützung erforderlich.“

Es geht hier um die Schwierigkeiten von Jugendlichen, die bei der Ausbildungsplatzsuche auf sich selbst gestellt sind. Warum hat der Autor des Artikels nicht die wesentlich gängigere Formulierung „gelungenen Übergang“ verwendet? Wollte er ausdrücken, dass der Übergang in der beschriebenen Situation eben noch nicht gelungen, sondern erst „im Gelingen begriffen“ ist, d.h. noch andauert? Wenn ja, dann ist ihm dieser Versuch einer sprachlichen Differenzierung hoch anzurechnen. Trotzdem erscheint das Wort „gelingenden“ hier eher sperrig.

Ich unterstütze den Autor in seiner Absicht und schlage folgende Variante vor:

„Für einen erfolgreichen Übergang zwischen Schule und Beruf ist oft zusätzliche Unterstützung erforderlich.“

Written by fabulieren

31. Januar 2010 at 13:13

Veröffentlicht in Wortwahl